vegetarische Lebensweise…

2011
02.05

Ich esse jetzt nun schon seit 17 Jahren kein Fleisch, und ich sage allen: ich vermisse nichts. Und das obwohl ich in meiner Kindheit und Jugend leidenschaftlich saftige Rindersteaks zu mir genommen habe – heute für mich völlig unvorstellbar. (Schlimm genug wie viele Rinder in meiner unbewussten Phase für mich sterben mussten – aus einem ausgewachsenen Rind kommen nämlich nur ca. 200 KG verwertbares Fleisch – der durchschnittsdeutsche verzehrt rund 85 KG im Jahr, also rund alle gut 2 Jahre ein Rind)

Nun gibt es ja viele Gründe und Argumente für und wieder die vegetarische Lebensweise, ob sie gesünder sei, weniger gesund, ethisch notwendig oder absurd… Für mich war es im Wesentlichen ein Einblick in die Zustände der Massentierhaltung in meiner frühen Jugend, der mich prägte und fortan dem Fleischverzehr ablehnend gegenüberstehen lies. Heute ist es eben noch immer das und dazu eine gewisse Einsicht in die Zusammenhänge des Lebens, damit Ablehnung des Tötens. So kann ich nicht essen, was ein Säugetier war und sterben musste. Auch die Vorstellung der Tierleiche, die uns durch die Darreichung des Fleisches in filetierter und verpackter Form verborgen bleibt, gruselt mich. Das geht naturgemäß verschiedenen Menschen nicht so, und ich will jetzt auch nicht überzeugte Fleischesser zum Vegetarismus konvertieren, wohl aber einen Gedankenanstoß über die konsumierten Mengen und Qualitäten geben. Außerdem rate ich natürlich ausdrücklich dazu vegetarisch zu leben. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass das Energie-Niveau viel höher ist (man ist eindeutig fitter), sobald man einige Wochen vegetarisch gelebt hat. Wenn man sich seines Körpers und Daseins einigermaßen bewusst ist, möchte man auf diesen Zustand kaum noch verzichten. Ich denke sehr mäßiger Fleischkonsum muss nicht unbedingt Probleme bereiten, wenn das Fleisch von hoher Qualität ist, verzichte selbst aber gerne völlig.
Mal ganz abgesehen von solcherlei persönlichen Gewissensgründen und Befindlichkeiten, sind die Auswirkungen des Fleischkonsums auch schon durch die Fleischproduktion ungeheuerlich. Unser Ökosystem hat weltweit enorm unter zu intensiver Tierhaltung gelitten. Sei es die durch Gülle total verseuchte Ostsee, oder gerodete Regenwälder auf Millionen Quadratkilometern. Unser Trinkwasser ist vielerorts verseucht von der Gülle der Massentierhaltung die im Übermaß auf die Felder gebracht wird. Im Buch „Fleischverzehr“ von Thomas Klein kann man mehr über diese Umstände und deren Hintergründe lesen.
Die vegetarische Lebensweise hat eine lange Tradition. Spätestens seit der Lebensreform-Bewegung wurde sie auch in breiteren Bevölkerungsschichten verbreitet. Schon damals hatten die Menschen auch den Zusammenhang zwischen Qualität und Preis der Lebensmittel verstanden. So Hans Paasche (Lukanga Mukara) vor rund 100 Jahren: „Der denkende Mensch ißt, was er braucht; der andere, was er bezahlt.“.

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