Regionalgeld für Darmstadt – IPPh geht in die Offensive

2011
03.05

Nach 2 Treffen des Arbeitskreises Regionalgeld in kurzer Abfolge lädt der IPPh nun zu einem öffentlichen Informations-Treffen am 27. März ein. Mitglieder des IPPh favorisieren für Darmstadts kommendes „Regionalgeld“ eine enge Kooperation mit dem „Regio“ (http://www.der-regio.de). Meine persönliche Einstellung dazu ist, dass ich eine Kooperation mit anderen Regionalwährungen grundsätzlich für sinnvoll halte, aber eine unabhängige Vereinsstruktur mit Sitz in Darmstadt vorziehen würde. Zudem fände ich auch eine Waren- und Leistungs-gedeckte Variante besser, als eine Euro-gedeckte (Zu dem Unterschied wird bald noch ein Text auf diesen Seiten folgen). Natürlich sollte die Regional-Währung (mit einem Abschlag) in Euro umgewechselt und auch für Euro eingetauscht werden können.

Hier der ungekürzte Text der Einladung des IPPh:

So funktioniert der Euro:
Der Euro dient nur zu 2% zum Einkauf von Waren aus heimischer und internationaler Produktion. 98% der Geldtransaktionen dienen hingegen der Spekulation.
Der internationale Handel, besonders mit Rohstoffen, leitet die Geldströme aus dem Land. Das so abfliessende Geld fehlt im Land und verursacht Armut und Arbeitslosigkeit.
Die in alle Preise einkalkulierten Zinsen (diese machen durchschnittlich etwa 40% der Preise aus) entziehen der Realwirtschaft unentwegt Geld. Dass dennoch keine Deflation einsetzt, liegt unter anderem an der durch Überproduktion erzeugten Warenmenge (ökologisch bedenklich).
Der Euro wird von der Zentralbank ausgegeben; diese sorgt durch Steuerung der Geldmenge für (schwankende) Kaufkraft.
Die Euro-Scheine werden nach 2 – 3 Jahren durch neue ersetzt.
Gewerbetreibende müssen für ihre Werbung erhebliche Mittel und Ressourcen aufwenden (ökologisch bedenklich).
Der Zwang zum Wachstum, der durch Zins und Zinseszins bedingt ist, führt zu einer unaufhaltsamen Spirale. Kein Wirtschaftswachstum kann dem exponentiellen Wachstum des Zinses nachkommen. Daher die immer schneller zunehmende Überschuldung aller Staaten und viele andere Probleme.

So funktioniert der Regio:
Der Regio ist eine mit einem Umlaufimpuls (Umlaufsicherung) versehene Parallelwährung (s.u.). Sie dient der Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe und hält das Geld in der Region. Durch die Rücktauschgebühr und weitere Elemente werden gleichzeitig soziale Einrichtungen und Vereine der Region unterstützt. Insofern handelt es sich um eine soziale Währung.
Die Regio-Wertgutscheine dienen zum Einkauf von Produkten aus der Region.
Auf den Wertgutscheinen (siehe z.B. S. 3 von REGIO aktiv 7/11) sind unten Felder für Wertmarken aufgedruckt; diese müssen regelmässig erneuert werden und sorgen dafür, dass der Regio schnell ausgegeben wird.
Dieser „negative Zins“ sorgt für schnellen Umlauf des „Geldes“ und regt so die regionale Wirtschaft an. Die Wertmarken sichern den Umlauf (Umlaufsicherung).
Der Regio ist an Ausgabestellen erhältlich und wird gegen Euro im Verhältnis 1:1 abgegeben und ggf. rückgetauscht. Hierbei fällt eine Rücktauschgebühr von 5% an, die sozialen Zwecken zur Verfügung gestellt wird.
Die Regio-Scheine werden jährlich durch neue ersetzt.
Durch die Mitgliedschaft im Regio-Verein werden Gewerbetreibende „automatisch“ durch ihre Präsenz im Magazin und auf der Webseite bekannt. Neue Kunden werden gewonnen. Die Annahme von Regio dient als Alleinstellungsmerkmal.
Regios eG
Unter dieser Überschrift firmieren ein Finanzinstitut und die Rechenzentrale für Regiogeld-Initiativen in Deutschland. Angeboten werden:
• Regiogeld bargeldlos per Regiocard
• Regiogeld bar: Das Gutscheinsystem
• Mikrokredite in Regiogeld (zinslos) und Euro (zurzeit 8% Zins)
Die vertraglich abgesicherte Infrastruktur ermöglicht die konzentrierte Arbeit vor Ort:
• Akquirieren und Schulen von Unternehmern, Vereinen und Verbrauchern
• Beratung von Mikrokredit-Nehmer/innen
• Vernetzung und Gemeinschaftsbildung
Mit diesem System konnten von Januar bis Dezember 2010 Mikrokredite im Volumen 483.750,-€ ausgezahlt werden.
Die Mitgliedschaft bei Regios eG ist schon heute ein Schritt hin zum zinslosen Freigeld durch:
• Beitritt zu einer bei Regios eG gemeldeten Initiative
• Eröffnung eines Regios-Bankkontos bei einer regionalen Bank (Raiffeisenbank oder Sparkasse).
• Rechenzentrum-Serviceformular ausfüllen und Regios eG ermächtigen, das Konto mit Umlaufgebühr zu führen.
Der Arbeitskreis Regiogeld des IPPh Darmstadt bereitet die Einführung einer Regionalwährung für Darmstadt und Umgebung vor.

E I N L A D U N G
zur Vorstellung des Systems und
zum Kennen lernen der Beteiligten
am Sonntag, den 27.3.2011
15 – 16:30 Uhr, im Literaturhaus
IPPh, Schleucher-Bibliothek
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