Regionalwährung in Darmstadt – wie gehts weiter?

2011
04.20

Der IPPH will sich nun definitiv dem Regio anschließen.
Ich zitiere aus dem Protokoll des letzten Treffens (27. März) des Arbeitskreises Regionalgeld:
Beschluss: Es wurde beschlossen, dass der Arbeitskreis Regionalgeld des IPPh sich dem REGIO e.V. anschließt und in Darmstadt und Umgebung den REGIO einführt.
Acht Anwesende sind dem REGIO e.V. sogleich beigetreten, darunter zwei Unternehmen. Damit sind jetzt 7 Privatpersonen und 3 Unternehmen aus Darmstadt und Umgebung Mitglieder im REGIO e.V..

Dies kann ich aus verschiedenen Gründen nicht gut heißen. Eine über-regionale Ausdehnung einer regionalen Währung kann leicht genau die Vorteile, die Regionalität (u.a. durch kurze Wege und persönlichen Kontakt) bietet, wieder zunichte machen. Zudem entwickelt sich ein Regionalgeld auf diese Weise zur überregionalen „Parallel-Währung“. (Dies scheint übrigens auch der Regiogeld e.V. anzustreben)
Mit derzeit (laut Vereinsangaben des Regio e.V. auf dessen Webseite, Stand 19.04.2011) 18.900 Regios auf 183 Regio-Partnern (Akzeptanzstellen), sind etwas mehr als 100 Regios je „Geschäfts-Teilnehmer“ in Umlauf. Das erscheint mir deutlich zu wenig um zu relevanten Umsatzanteilen zu kommen.
Zudem hat der Regio (entgegen anders lautender Behauptungen), laut seinem Vereinsvorstand Rolf Merten auf dem o.g. Treffen seine Umlaufgeschwindigkeit bislang noch nicht ermitteln können.

Eine ausschließliche Eurodeckung (wie im Falle des Regio, bei dem alle Regios 1:1 in Euro hinterlegt werden) erkenne ich auch nicht als sinnvolles Grundprinzip einer Regionalwährung. Ich rate zu einer Mischform aus Euro- und Leistungs-Deckung.

Für Darmstadt empfehle ich nach wie vor eine Vereinsgründung zum Zweck der Einführung und Umlaufsicherung einer Regionalwährung. Für die benötigten Scheine schlage ich Gestaltungen mit regionalem Bezug vor. Die Ausdehnung der Regionalwährung sollte sich auf einen Umkreis von einigen Kilometern um Darmstadt erstrecken. Aus volkswirtschaftlicher Perspektive und Gründen der lokalen Identifikation würde ich z.B. für Frankfurt oder den Kreis Bergstrasse jeweils „eigene“ Regionalwährungen empfehlen. Benachbarte, wie auch entfernte lokale „Währungssysteme“ können übrigens via Clearingstellen miteinander verrechnet werden. So sind dies z.B. Läden die zwei oder mehr Regioanlwährungen annehmen. (z.B.: www.natur-haus-ts.de Sterntaler und Chiemgauer) Auch bargeldloser Zahlunsgverkehr ist heute bereits gängige Praxis.

Für eine Vereinsgründung sollte dringend ein Satzungsentwurf ausgearbeitet werden. Dieser Entwurf wird für die Öffentlichkeit bereitgestellt und ggf. überarbeitet, dann wird eine Gründungsversammlung einberufen.

Die Initiative des IPPH dem Regio beizutreten kann natürlich parallel zu einer lokalen Vereinsgründung mit Sitz in Darmstadt stattfinden. Beides schließt sich gegenseitig nicht aus. Sicher wäre es sehr interessant die Experimente wissenschaftlich zu begleiten um z.B. Eurodeckung und teilweise Leistungsdeckung sowie „Geldmenge“ im Verhältnis zur Umlaufgeschwindigkeit vergleichend statistisch zu betrachten.

Für einen kleinen Überblick hier die Liste der derzeitigen Regionalgelder bei wikipedia..

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